Stephan Ebers


Die Katze ist Clothilde Klops vom Hardeweg. Sie hat nach ca. 17 Lebensjahren das Zeitliche gesegnet. Sie war eine Überlebenskünstlerin und als Kirchenkatze leistete sie durch ihr anarchistisches Benehmen einen wichtigen Beitrag zum Gemeindeleben.

-curriculum vitae-

Am 7. Oktober 1953 wurde ich in Berlin-Wilmersdorf geboren. Doch aufgewachsen bin ich in Lichterfelde-West unweit der

Johanneskirche. Meine Erinnerungen daran sind stark beinflusst durch ständig meckernde alte Leute, die alles Moderne ablehnten und bedauerten, dass wir keinen Kaiser mehr hatten. Aus diesem Grunde waren wir Kinder, die auf der Straße spielen mussten, weil die vornehmen Villenbesitzer Angst um ihre Rabatten und spärlichen Buchsbäume hatten, dazu gezwungen Rache zu üben. Auf einem Hof waren wir geduldet und durften uns an der Teppichstange versammeln. Im eigenen Hause jedoch war als Spielplatz der "Misthaufen" am Ende des Hofes erlaubt, wo man als Kameraden auch sogleich ein paar Ratten antraf.



Die Grundschule gestaltete sich ähnlich freudlos, ein Bau aus Kaiser Willis

Regentschaft. Damals die 13. Grundschule, später "Clemens-von-Brentano-Schule" bemühte sich die Zucht und Ordnung der Kaiserzeit aufrecht zu erhalten. In der großen Pause waren wir 1962 angehalten auf dem Schulhof nur im Kreis zu gehen. "Semper idem".  Glücklicherweise kam ich an eine andere Schule, die durch ihre Reformpädagogik wieder Lust am Lernen bereitete. 


Der altpreußische Konfirmandenunterricht schreckte uns endgültig von Clothilde & ichder Kirche ab, doch dank des Pfarrers der Johann-Sebastian-Bach-Gemeinde fingen Einige von uns an, sich in der evangelischen Kirche zu engagieren. 


Der 2. Juni 1967 war ein sehr einschneidendes Ereignis. Von nun an herrschte "Krieg". Jeglicher Widerspruch und Protest wurde in einer völlig verhetzten Bevölkerung mit dem Stereotyp beantwortet: "Denn jeh' doch rüba in 'nen Osten, wenn et dir hier nich passt. Am besten jleich ab nach Sibirien."  Für westdeutsche Bürger waren diese Zustände einfach nur bizarr. Sicherlich hat das Inseldasein zu einer solchen Massenhysterie verleitet, dass es bei der sogenannten "Gegendemonstration" zum Pogrom kam.  Voran die Springer Presse mit den Zeitungen "BZ", "Bild-Berlin" und der "Berliner Morgenpost" leisteten Volksverhetzung und stachelten die Bevölkerung zu einer "Gegendemonstration" auf. Frei nach dem Motto: "Wenn die Studenten hier ewig demonstrieren, dann könne wir das auch."  Damit diese Gegendemonstration auch ihren Namen verdiente, wurden Jubel-Berliner abkommandiert. Das hieß, alle Angestellten und Beamten bekamen dienstfrei und wurden unter sanftem Druck kostenlos mit der BVG zum Rudolf-Wilde-Platz vor dem Rathaus Schöneberg gefahren. Dort heizte man der Menschenmenge ein. Eine Schülergruppe der "Kurt-Löwenstein-Schule" aus Neukölln hatte sich eher aus Jux ein Transparent gemalt mit der Aufschrift: "Bild denkt für mich!", als ein Gruppe empörter Berliner sie dafür verprügelte und die Polizei die Schüler in Gewahrsam nahm.  Zu gleicher Zeit glaubten einige Demonstranten Rudi Dutschke in der Menge entdeckt zu haben. Das war zwar falsch, denn an diesem Tag war Rudi Dutschke bei einer Veranstaltung in Amsterdam, es hinderte die Rechtschaffenen jedoch keines wegs daran den vermeintlichen Dutschke zu jagen. Der Gejagte war ein einfacher Angestellter des Berliner Senates und gehorsam zu dieser Demonstration gegangen. Der Mann versuchte sich vor der Meute zu retten, indem er einen nahe gelegenen Tabakladen aufsuchte. Der Mob randalierte vor dem Geschäft und der Ladenbesitzer bat den Mann inständig doch den Laden wieder zu verlassen, bevor alles kurz und klein geschlagen würde. Der Mann entkam wieder traf auf einen Polizisten und bat den um Hilfe. Dieser Polizist sah sich außerstande und rannte stattdessen gemeinsam mit dem Gejagten weg um dem Mob zu entkommen. Endlich fand sich ein Mannschaftswagen der Polizei, wo Beide Aufnahme fanden. Der Wagen setzte sich sofort in Bewegung, dennoch versuchten einige der Verfolger den Wagen aufzuhalten, die Klinke abzureißen um doch noch des vermeintlichen Rudi Dutschke habhaft zu werden.

(Quelle: Rundfunkinterview mit dem Geschädigten in der Sendung "s-f-beat" des SFB) 


1970

Emigration nach Altenau im Oberharz. Dort erfolgte die Einbürgerung durch Erteilung eines Spitznamens



1974

Abitur an der Robert-Koch-Schule in Clausthal-Zellerfeld. Die
dortigen positiven Erfahrungen mit der Lehrerschaft führten zum Lehramtsstudium.Studium von Mathematik, Chemie und Mineralogie.
1972

Prüfung vor der ev. Braunschweigischen Landeskirche als "Kirchenkusiker im Nebenamt"
1984

Abschluss als Diplom-Mineraloge. Der Lehrertraum war durch die bundesdeutsche Bildungspolitik fast schon begraben. Nun lockte die Industrie mit interessanten Aufgaben
1995

Gründung der "Systemischen Entwicklung und Beratung in Wissenschaft & Technik" in Sondershausen (Thüringen). Dafür steht das rechte Logo - ein stilisiertes ternäres System.
2007

Seiteneinstieg in den Lehrerberuf – endlich. Zu einem Zeitpunkt, wo andere an Altersteilzeit denken
2012


2. Staatsexamen, Gymnasiallehrer für die Fächer Chemie & Physik



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