Das Ostergedicht
April - April?
von
Stephan Ebers
|
hier kann das Gedicht angehört werden
|
||
|
Fenster speien Bettdecken aus, getrennte Schlafzimmer: „Er schnarcht so laut.“ Die angeleinte verklammerte Gesellschaft aus Handtüchern, Slips und Flickenteppich , und dem Ehemann im Schuppen, eine nie endende Hängepartie. Die Nachbarn sehen es gern Der Pfarrer spendet der Frau Trost Sie spricht: „Ach wissen Sie, er wollte sich öfter schon aufhängen - doch dieses Mal haben wir ihn verarscht! Wir haben ihn hängen lassen.“ Ein Tabu bei der Trauerfeier am Grab |
|
|
|
Doch
was wäre wenn?
Rollentausch: „Frau erschlägt sich mit dem Hammer, weil sie die Hausarbeit nicht schafft!“ Schlagzeile der BLÖD-Zeitung Darunter das tägliche Aktfoto - junge Frau ohne Hammer. Fantasie der Meinungsmacher. Der Mann gibt eine Todesanzeige auf: „Nur Arbeit war dein Leben, nie dachtest Du an Dich, nur für die Nachbarn streben - das war deine höchste Pflich'! Ein Wäscheauto hält nun regelmäßig vor der butzenscheibenen Eingangstür Frischer Wind weht durch die offenen Fenster Ein Mann ermahnt die fleißige Hausfrau ihrer Schwester zu folgen, mit der er im Gespräch vertieft ist. Den tadelnden Theologen wirft er an den Kopf: Ostern ist für die Menschen gedacht statt des Einsammelns leerer Nester aus grüner Holzwolle Aufgeschrieben vor zwei Jahrtausenden. |
![]() resurrexit
|
|
| zurück
zur homepage |
in
memoriam BILD-Redakteur Hans Esser (real noch lebendig:
Günter Wallraff) |